Die vorgestellten Werke stammen aus der Zeit von 1979 – 2019, Dabei sind sowohl zusammengesetzte Wandbilder und Stelen, zarte Abdrucke, manche mit Texten von H. Hesse und K.H. Frank, graphische Arbeiten, aber auch Teile des konzeptionellen Werkes.
Der Künstler zu seinem Werk:
„Holz ist für mich ein Spiegel der Zeit.
Der Jahresring im Baumstamm ist Zeitsymbol und Ausdruck von gelebtem Leben, somit Biographie und Geschichte. Teilstücke dieser Biographien verwende ich, um zu neuem Ausdruck – einer neuen “Geschichte” zu gelangen. Ob farbig oder natur, der biologische Vorgang als graphisches Zeichen ist stets erkennbar und immer nachvollziehbar.“
Aus dem Text von Dr. Gertrude Betz:
"Das im Holz enthaltene Zeichen, das Querliegende, wird zu einem graphischen Element. Elemente lassen sich kombinieren. Gleichläufig, gegenläufig, Reihen bildend, konzentrisch und kontrastiv...
Und mit dieser Entdeckung, die so tief in das Material eindringt und doch das ganz Natürliche, das Offen-Sichtliche des Holzes zum Ausdruck bringt, hat Siegfried Gerstgrasser eine höchst eigene künstlerische Sprache gefunden.
Aber diese Zeichen werden lesbar gemacht. Schlüsselwerke für den Betrachter dürften die Bücher sein. Auf acht Seiten enthalten sie eine Einführung in die Lesarten des Holzes, stellen sie dar. Alle Zeichen, alle Zeilen sind dem Holz selbst eigen, sind ihm entnommen. ...
… Ebenso ist in den Objekten und Bildern der Gedanke der Biographie: Anfang – Werden und Ende eingeschmolzen, indem Spuren aufgedeckt werden, die diesen Prozess verzeichnen; indem Momente eingefangener Bewegung – etwa der Wellen – über dem festgefügten Grund zyklischer Wachstumsspuren ruhen.“SOMMERFEST ´26 - mit einer Werkschau von Siegfried Gerstgrasser