• Siegfried Gerstgrasser
    Siegfried Gerstgrasser

Wie es begann...

Mai 2023 - INZWISCHEN …

...treffen wir uns gern und fast monatlich, da sind fast alle dabei; und besprechen die vielen anfallenden Themen. Wann und wie wollen wir Ausstellungen machen – wie gestalten wir die Webseite – wie gehen wir mit der Lager-Suche um...
Bürokratisch sind wir einigermaßen verankert – wir sind gemeinnützig, sind Mitglied beim Bundesverband Künstlernachlässe e.G., diese Kontakte werden von Irmi Aumeier gepflegt. Der BBK Kassel / Nordhessen ist korporatives Mitglied bei uns.
Wir haben eine ISIL: International Standard Identifier for Libraries and related Organizations, und wenn man auf deren Plan guckt, sind wir mittendrin in der Kasseler Museumslandschaft, inzwischen „Heritage“ genannt ...
Christine Reinckens und Ilka Christof haben gerade die Schulung für die museumswissenschaftliche Software zum Archivieren bekommen: digiCULT Verband e.G. ---

Nur einen Raum für die Sammlung haben wir noch nicht, da wir für die teilweise bereit stehenden kostbaren Güter kein Provisorium anstreben.

August 2022 – DER BEGINN

Ilka Christof erinnert sich:

"Mit meinen meist großen Bildern hätte ich nicht gewußt wohin… also fragte ich Wladimir Olenburg vom BBK, ob es sowas wie eine Rettungsstation für Künstlernachlässe gäbe. Nein – aber er lieh mir zwei Bücher und sagte mir, dass Hildegard Jaekel schon Versuche gemacht habe, so etwas zu etablieren. Das war 2019.

Bevor das mit Corona dann richtig los ging, hatte ich eine grobe Vorstellung, wie man sowas aufziehen kann und hielt meine Rede in der BBK-Mitgliederversammlung. Es gab vor allem viel Zuspruch – aber mitmachen wollte erstmal Niemand. Keine Zeit, kein „Vereinsmensch“, schon in anderen Vereinen beschäftigt… oder auch: das kann doch alles weg.
Ich sprach alle an, die eventuell meinen Namen schon mal gehört hatten, verschickte über den BBK Briefe und Konzepte…. Mit der Versicherung, dass sie nichts tun müssten außer mitzumachen, gab es dann irgendwann einige Interessierte und 2 Künstlerinnen, die gern auch etwas tun würden. Ich bastelte eine Satzung aus anderen Satzungen und begann den Trialog mit Registeramt und Finanzamt…
und lud schon einmal – zum Mut machen – den Hessischen Rundfunk ein, der ein sehr schönes kleines Interview mit uns machte, das auch gesendet wurde. (> Medien)

Am 28.04.2022 unterzeichneten 9 Mitglieder die Satzung und das Gründungsprotokoll. Irmi Aumeier und Alfred Rose kamen mit in den Vorsitz, Gespräche mit der Stadt und eventuellen Unterstützern führen wir zu zweit – oder es ist auch einer der Beiräte dabei."

 

 Vorläufer: Der Brief von Hildegard Jaekel

Brief der Künstlerin Hildegard Jaekel
an Frau Kulturdezernentin Völker
Kassel, 6.9.2019

"Sehr geehrte Frau Völker,
Anbei einige Ideen und Gedanken zu unserem letzten Gespräch bei mir im Atelier. Es wäre schön, wenn wir uns in einem weiteren Gesprächstermin darüber unterhalten
könnten. Mit freundlichen Grüßen ...."

Was bleibt?

"Es muss der Stadt Kassel ein Anliegen sein, die eigenen Künstler/innen, die in dieser Stadt über Jahrzehnte das kulturelle Leben auf hohem Niveau mitgetragen haben, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Spätere Generationen können abschätzen, wie weit Kassel als Stadt der Künste seinem Ruf gerecht wurde.
Was kann die Stadt Kassel tun, um diesem Ziel nachzukommen?

Es wäre sinnvoll, eine Aufstellung derzeitiger in Kassel lebender Künstler/innen zu erstellen, die hier seit Jahrzehnten arbeiten, oft unter schweren Verhältnissen, die auch national und international ausgestellt haben. Keine Hobbymaler, keine Halbprofis, keine Studenten, keine Professoren. Schon zu Lebzeiten der Künstler/innen sollte es möglich sein, „Schlüsselwerke“ in die städtischen Kunstsammlungen aufzunehmen, um ein klares Profil des Schaffens der Künstler/innen der Stadt den Bürgern zu Zeigen und zu erhalten.
Denkbar wäre auch eine Retrospektive im Alter (65/70/80 Jahre), um der Bevölkerung das Werk der einzelnen Künstler/innen zu zeigen.

Nachlass

Museen sind Sachverwalter des kulturellen Lebens. Sie tragen auch Verantwortung für künstlerische Hinterlassenschaften, das Sammeln und Bewahren als Garanten für
künstlerisches Überleben. Da Museen nicht die Kapazitäten haben um große Nachlässe zu erhalten, wäre es gut, noch zu Lebzeiten der Künstler/innen Arbeiten zu erwerben, genug, um einen guten Überblick über die Gesamtwerke zu erhalten. Man kann nicht alles bewahren, auch die Kunst vergangener Jahrhunderte ist nicht vollständig erhalten geblieben. Vieles ist nur rudimentär zu finden – aber immerhin.

Museumsleiter Dr. Uwe Degreif, Museum Biberach, schlägt vor, den Nachlass als Gemenge aus vier Bestandteilen zu begreifen:
A Werke, in denen das künstlerische Anliegen verdichtet erfasst ist. Es sollte sich das Kreative und Charakteristische der Künstler/innen abbilden. Es umfasst Werke aus allen Schaffensperioden.
B vorwiegend Werke aus der Hauptschaffenszeit
C Variationen, Entwürfe, Kataloge
D Mappen mit Dokumenten, Ausstellungen, Entwürfe. Die Gruppe ist aus historischen Gründen interessant: welche Künstlergruppen gab es, wer hat mit wem  zusammen gearbeitet, welche Themen wurden bei Ausstellungen bearbeitet, usw.?

Es gibt in Kassel außer den Museen, der Graphischen Sammlung viele Archive und Stiftungen, die bei der Bewältigung dieser Aufgabe mithelfen könnten, in dem sie sich den Kasseler Künstler/innen öffnen. „Stadt und Land, Hand in Hand mit interessierten, kunstbegeisterten Mitbürger/innen.“ (Buch BBK)
Damit würde die Stadt ihre Interesse an den seit Jahrzehnten hier arbeitenden Künstler/innen zeigen und deren Qualität anerkennen.
Der so genannte Kunstmarkt ist kein Qualitätskriterium. Ein paar Kuratoren, Museumsdirektoren Galerien und kapitalkräftige Sammler entscheiden, was als „gute Kunst“ zu gelten hat. Wer von führenden Ausstellungshäusern unterstützt wird, hat lang anhaltenden Erfolg.

Der Weg für ein gerechtes System wäre, den Künstler/innen in staatlichen Galerien
Eintritt zu gewähren – zu Lebzeiten."

Hildegard Jaekel

KÜNSTLERNACHLÄSSE KASSEL e.V.

Wohin mit der Kunst, wenn die Künstler gehen

KÜNSTLERNACHLÄSSE KASSEL e.V.

Wohin mit der Kunst, wenn die Künstler gehen

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c/o Ilka Christof

Goethestraße 140 | 34119 Kassel
Tel. 0561- 491 968 19